Luxus in Luxushotels – wo sind die Grenzen?

Würde ich es mir einfach machen, so könnte ich dieses Posting in nur wenigen Sätzen beenden. Die Antwort auf die obige Frage ist vermutlich, dass es keine Grenzen gibt und die einzelnen Luxushotels mit immer neuen Ideen um die Gunst potentieller Gäste wetteifern. Doch vielleicht gibt es ja so etwas wie moralische oder geschmackliche Grenzen, die eingehalten werden sollten.

Nehmen wir nur einmal das Baur au Lac in Zürich. Gewiss: eines der vornehmsten Hotels der Welt. Doch ist es wirklich nötig, in der hoteleigenen Rive Gauche Bar einen Drink für 350 Euro anzubieten?

5-Sterne-Luxus ohne 350 Euro teure Cocktails: das Travel Charme Kurhaus Binz.

5-Sterne-Luxus ohne 350 Euro teure Cocktails: das Travel Charme Kurhaus Binz.

Vermutlich sitzen an dieser Bar nur Menschen, denen die Wirtschaftskrise (noch) nichts hat anhaben können aber der Golden Fabergé Martini ist schon ein Statement der ganz eigenen Art.

Im Geniesserblog erfahren wir, dass es der Wodka ist, der diesen Drink so teuer macht. Dieser hört auf den Namen Vodka Imperial Collection “Fabergé Ei” und

wird aus dem hochwertigen Winterweizen der russischen Steppe und reinstem Gletscherwasser des Ladoga-Sees gewonnen. [Danach wird das teure Getränk] acht Mal destilliert und durch den Einsatz von speziellen Silber- und Kristallquarz-Filtern weiter veredelt.

Wer es sich leisten kann und will.

Übrigens hat das Thema “Dekadenz” in Luxushotels durchaus Tradition. Ich erinnere nur einmal an die “Demolition Party”, die vor zwei Jahren mit viel Prominenz im Royal Monceau Paris gefeiert wurde.

Die Gäste durften vor der Renovierung der Luxusherberge selbst Hand anlegen und Wände einreißen sowie das nicht versteigerte Mobiliar zertrümmern. Wie seinerzeit die “Bild” berichtete floss der Champagner in Strömen und  ich möchte gar nicht wissen, welche Summen auf dieser Party schlichtweg zu Bauschutt verarbeitet wurden.

Da ist das Mineralwasser aus dem Berliner Nobelhotel Adlon Kempinski eigentlich noch harmlos. Das Rokko No wird eigens aus Japan eingeflogen und kostet pro Halbliter-Flasche satte 62 Euro.

Doch ob Zürich, Paris oder Berlin: mit den neuen Hotels der Superlative in Dubai oder Abu Dhabi halten diese Luxusideen nicht mit. Das Burj Al Arab in Dubai besitzt beispielsweise allein acht schneeweiße Rolls-Royce, um die Gäste stilvoll zum Flughafen zu bringen bzw. von dort abzuholen.

Die Säulen im Burj Al Arab sind mit Blattgold verkleidet und wer mit dem Fahrstuhl ins Seafood- Restaurant möchte, der darf sich auf die Simulation einer U-Boot-Reise freuen.

Dem steht das Emirates Palace in Abu Dhabi natürlich in nichts nach. Während das Burj Al Arab in etwa so hoch ist wie der Eiffelturm, punktet der Emirates Palace mit Länge. 714 Meter misst das Gebäude: Skihalle, 150 Meter Pools und ein Bücher-Vorlese-Service für diejenigen, die am Pool liegen sind dann nur einige der Extras, die zum Image als luxuriösestes Hotel der Welt beitragen.

Wie nötig oder unnötig solche Annehmlichkeiten sind, mag jeder selbst entscheiden. Ich frage mich nur, ob es das ist, was ein exponierter deutscher Politiker mit “spätrömischer Dekadenz” meint? Vermutlich nicht…

Tags: , , , , , , ,  

Eine Antwort zu “Luxus in Luxushotels – wo sind die Grenzen?”

  1. Gravatar von MiaPublic

    MiaPublic sagt:


    Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Wenn man erst einmal so viel Geld hat, dass man nicht mehr weiß. was man mit sich anstellen soll, dann muss immer wieder etwas Neues her. Warum sich Gedanken machen, um jene, die nicht wissen, wie sie sich und ihre Kinder ernähren sollen? Aber: Wer ohne Fehl ist, der werfe den ersten Stein. Vielleicht würde jeder von uns zu einem hohlköpfigen, überflüssigen Luxus-Zombie, wenn er nur das nötige Kleingeld hätte? Als Zaungast kann man allerdings nur angewidert oder neidisch (?) den Kopf schütteln…

Hinterlassen Sie ein Kommentar


©2012 Hotel-Blog.de
Home | Verzeichnis | Impressum | Sitemap