Hotels – die spektakulärsten Hotelbetrüger

Es ist gerade einmal ein Jahr her, da berichteten wir im Hotel-Blog über den missglückten Verkauf des Londoner Hotel Ritz. Für umgerechnet 235 Millionen Euro wollten drei Betrüger das Hotel veräußern -natürlich ohne dass es ihnen gehörte.

Eigentlich eine Meldung, die schnell unter “Kuriositäten” abgelegt werden kann, wäre da nicht der erneute Versuch gewesen. Aktuell lesen wir in der Onlineausgabe des Handelsblatts, dass der ehemalige LKW-Fahrer Anthony Lee aus Yorkshire einen ähnlichen Versuch für runde 250 Millionen Pfund unternommen hatte und sogar schon die Anzahlung kassierte. Grund genug, den Detektiv zu spielen und dem Thema Hotelbetrug einmal nachzuspüren.

London - ein Betrüger versuchte das berühmte Hotel Ritz zu verkaufen, obwohl es ihm gar nicht gehörte.

London - ein Betrüger versuchte das berühmte Hotel Ritz zu verkaufen, obwohl es ihm gar nicht gehörte.

Dabei sei direkt vermerkt, dass wir die vielen Beschwerden in einschlägigen Bewertungsportalen außer Acht lassen. Schlechtes Essen ist schlechtes Essen und eben kein klassischer Betrug.

Auch die damalige Steuersenkung für Hoteliers seitens der FDP wurde verschiedentlich als Betrug (an den Wählerinnen und Wählern) bezeichnet – ebenfalls kein Thema.

Ein Klassiker indes findet im Internet statt und richtet sich speziell gegen kleinere und mittlere Hotels. Unter Antispam.de wird von einem so genannten “Nigeria-Betrug” gemäß Â§419 gesprochen. Hotels werden angeschrieben und Zimmer im Voraus gebucht. Die Anzahlung erfolgt dann mit einem “versehentlich” zu hoch ausgestellten Scheck und der Bitte um Rückzahlung des zu viel bezahlten Betrags. Dann kommt es, wie es bei einem Betrug kommen muss: der Scheck platzt, das Geld ist weg.

Eine Masche, die übrigens verschiedenen Gesichter hat und keineswegs nur aus Nigeria kommt – vermutlich hat jeder Internetnutzer schon einmal eine solche E-Mail mit Erbschaft, Spendenaufruf etc. erhalten.

Bleiben wir noch ein Weilchen im Internet, dieser Spielwiese für Betrügerein aller Art. Der Focus berichtete vor rund drei Jahren von einer Masche, bei der Übernachtungen in einem bereits insolventen Hotel via Ebay angeboten wurden. Der Eigentümer hatte Gutscheine und Übernachtungen im Internet feilgeboten, dann aber die Pforten seines Hauses geschlossen. Dumm gelaufen.

Übrigens handelt es sich auch hier um eine Art “Klassiker” und die Webseite Web 3.0 listet noch andere Beispiele von Gutscheinverkäufen insolventer Herbergen auf.

Von Zechprellern ist immer mal wieder die Rede, in Göttingen ging einer der Hotelgäste sogar so weit, aus seinem Zimmer Sexhotlines anzurufen. Und das für satte 7.200 Euro wie es RP Online berichtete. Bei solchen Artikeln frage ich mich dann aber, wie naiv ein Hotel sein kann, um so etwas nicht gleich zu entdecken.

Ich gebe zu: die Story des geplatzen Ritz-Verkaufs in London bleibt die Spektakulärste und irgendwie bin ich darüber auch ein wenig erleichtert. Denn Grund zur Sorge besteht meines Erachtens weder für Hotelgäste noch für Hotelbetreiber denn meist bleiben die Betrügereien dann doch Einzelfälle.

Tags: , , , , ,  

Hinterlassen Sie ein Kommentar


©2012 Hotel-Blog.de
Home | Verzeichnis | Impressum | Sitemap