Hotelbewertungen – von Sinn und Unsinn der Portale

Stellen Sie sich doch einfach mal vor, Sie haben sich Hotel AB, sagen wir in Berlin ausgeguckt. Die Webseite ist vielversprechend, Preis und Lage stimmen doch dann das! Ein Blick auf ein Bewertungsportal offenbart, dass in den Zimmern Schimmel und Ungeziefer zu befürchten ist. Ob das stimmt oder nicht: die Vorfreude ist vermutlich erst einmal dahin.

Und genau diese Frage (“ob es stimmt oder nicht”) stellt sich angesichts der Vielzahl an Hotelbewertungsportalen immer häufiger. Wie die Stiftung Warentest nun herausgefunden hat, lassen sich mehr und mehr Anbieter von falschen Bewertungen – sowohl positiv als auch negativ – täuschen.

Gut oder nicht gut: Millionen von Deutschen nutzen Hotelbewertungsportale für die Auswahl Ihres Hotels.

Gut oder nicht gut: Millionen von Deutschen nutzen Hotelbewertungsportale für die Auswahl Ihres Hotels.

Über den gesamten Hintergrund klärt und die Tageszeitung “Die Welt” auf ihrer Internetseite auf. Das Thema ist deshalb so relevant, weil sich sage und schreibe 31 Millionen Deutsche vor Buchung eines Hotels im Internet informieren und gerade bei einem kleinen Ort schnell ein Mitbewerber ausgeschaltet ist.

Den Internet- Nutzern liegt der Wahrheitsgehalt einer Bewertung sehr am Herzen, wie eine repräsentative Umfrage des Verbands Internet Reisevertrieb (VIR) ergab und das ist nur in wenigen Fällen wirklich garantiert.

Rühmliche Ausnahme ist demnach die Webseite Hotelkritiken.de. Hier werden sämtliche Bewertungen ausführlich gegengelesen und überprüft. Inwieweit das jedoch zu mehr Wahrheitsgehalt führt, ist mir ein wenig schleierhaft doch immerhin reichte es für eine “gute” Bewertung bei Stiftung Warentest.

Testsieger war indes HolidayCheck.de. Sage und schreibe 82.000 Bewertungen finden sich auf diesem Portal und immerhin werden neue Testberichte von einem eigens zusammengestellten Team überprüft.

Dazu kommt, das auch das Hotel Stellung beziehen kann und zudem dem mutmaßlichen “Tester” kritische Fragen gestellt werden können. Ob das in der Praxis dann wirklich getan wird – ich habe da meine Zweifel.

Eher Masse als Klasse bietet Tripadvisor. 450.000 Bewertungen sind eine enorme Anzahl, es kann aber gut sein, dass sich zwischen zehn und 30 Prozent “Fakes” darunter befinden.

Was aber tun? In diesem Punkt muss ich dem Artikel in der Welt teilweise widersprechen. Denn der Tipp, genauer auf die Fotos zu achten, offenbart dann doch eher das Budget, dass das Hotel für einen Fotografen übrig hatte.

Selbiges gilt für die Webseite, denn auch hier lässt sich eine Menge drehen. Wenn man das denn dann möchte. Interessanter ist es in meinen Augen schon, wenn man unterschiedliche Bewertungen vergleicht. Will sagen: wer sich für ein Hotel XY entschieden hat, der sollte getrost auf verschiedenen Portalen nachsehen und ggf. den Schreibstil der Bewertungen abgleichen.

Wenn nämlich ein- und dieselbe Schlechtbewertungen immer wieder erscheint, noch dazu am selben Datum, dann ist klar, dass diese mit Vorsicht zu genießen ist.

Ebenfalls sinnvoll ist es in meinen Augen, einfach mal beim Hotel anzurufen oder eine E-Mail zu schreiben. Hierbei kann man sich getrost auf ein Testergebnis beziehen und beobachten, wie das Personal darauf reagiert.

By the Way: wer selbst Bewertungen schreibt, sollte allein aus Gründen der Fairness auf Sachlichkeit achten. Ob ein Bett zu hart ist oder nicht ist meist Geschmackssache und so kann man den subjektiven Charakter durchaus auch in die Bewertung mit einfließen lassen.

Foto: Sam Pullara / Wikipedia

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3 Antworten zu “Hotelbewertungen – von Sinn und Unsinn der Portale”

  1. Gravatar von Stefan

    Stefan sagt:


    Guten Tag. Danke für diesen Beitrag. Das ich mich von einem falschen Kommentar fast habe von meiner Hotelauswahl habe abbringen lassen habe ich bei meinem letzten Winterurlaub in Polen erlebt. Das Urlaub Karpacz hatte auch irgendwo eine schlechte Bewertung. Natürlich wiegt ein negativer Punkt mehr als viele positive. Zum Glück habe ich damals, wie hier vorgeschlagen, eine Mail geschrieben. Das hat mir geholfen.

  2. Gravatar von Susanne

    Susanne sagt:


    Ich finde es gut, dass in diesem Bereich einmal ein Vergleich durchgeführt wurde. Ich persönlich schaue auch auf die Bewertungen, um einen zusätzlichen Einblick in die Hotels zu bekommen. Daher finde ich es beispielsweise sinnvoll, dass nur diejenigen beurteilen dürfen, die auch wirklich vor Ort waren, um “Werbung” oder “Schädigung” auszuschließen. Natürlich ist es unbedingt notwendig die Angaben zu kontrollieren!

  3. Gravatar von Pho

    Pho sagt:


    Danke für den netten Beitrag über Hotelbewertungen. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man die Bewertungen der Hotelbewertungsportale vergleichen soll. Idealerweise sollte man auch die Bewertungen der Reisebüromitarbeiter durchlesen. Diese sind im Vergleichen zu den Bewertungen der anonymen User transparent. Jeder weiß genau, wer hinter dieser Bewertung steckt. Ich denke, wenn ein Reiseexperte ein bestimmtes Hotel mit guter Note bewertet hat und zudem auch anonymen User dieses Hotel gut bewertet, dann kann man davon ausgehen, dass dieses Hotel nicht ganz schlecht sein könnte. Das sind meine bisherigen Erfahrungen.

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