Hotel-Flops: die spektakulärsten Bauvorhaben
Ich erinnere mich noch an Autobahnfahrten zum Köln- Bonner Flughafen. Es ging über die A59 und auf Höhe von Troisdorf stand eine gigantische Ruine am Straßenrand: der Kaiserbau. Benannt nach dem Bauunternehmen Franz Kaiser sollte hier ein Hotel mit 1.200 Betten und 600 Apartments entstehen. Nun, das Projekt scheiterte und im Mai 2001 erfolgte die Sprengung.
Womit wir mitten im Thema wären, denn auch die folgenden Hotel – Projekte sind allesamt spektakulär gescheitert. Deutsche Projekte sind in diesem Zusammenhang zum Glück nicht mehr zu nennen, wohl aber einige Bauvorhaben aus den USA.
Nehmen wir nur einmal den Globe Tower. Ich weiß, ich weiß: das ist eine uralte Geschichte und vielleicht sogar der erste Hotelflop der Welt. Doch spektakulär war die Idee eines 200 Meter Wolkenkratzers auf Coney Island allemal.
Die Idee hinter dem Globe Tower waren Zirkussee, Tiegegehege, Palmengarten und ein Drehrestaurant zu vereinen. Baukosten im Jahr 1906: 1.500.000 US- Dollar. Dumm nur, dass es sich um einen gigantischen Betrug handelte und es insofern noch nicht einmal zur Grundsteinlegung kam.
Gelernt hatte offensichtlich niemand aus diesem Flop, denn schon im Jahr 1908 sollte New York die nächste Hotel – Baupleite erleben. Dieses Mal ging es um das Hotel Attraction des Stararchitekten Antoni Gaudi. Satte 360 Meter Höhe waren projektiert und immerhin wurde der damalige Vorschlag nach den Anschlägen des 9. September noch einmal aus der Schublade geholt. Zu mehr hat es aber bislang nicht gereicht und so muss sich der “Big Apple” mit den bestehenden Hotelattraktionen zufrieden geben.
Bleiben wir in New York, denn aller guten (bzw. schlechten) Dinge sind bekanntlich drei. Wobei ich beim Hotel Commonwealth eigentlich nie von einer Verwirklichung ausgegangen wäre. 2.500 Zimmer in Volkskooperation mit Anteilsscheinen für jeden Bürger? Das riecht ja fast schon nach Kommunismus und der war in den USA bekanntlich nie beliebt. Also: ab zu den Akten.
Zu diesen wurde auch das Sky Bridge Projekt gelegt, das vom New Yorker Architekten Eytan Kaufman ins Leben gerufen wurde. Am Schauplatz Abu Dhabi wäre das Hotel mit 264 Zimmern auf eine Brücke zwischen der Hauptinsel und Lulu Island entstanden. Leider zu zu hohen Kosten, weswegen die Idee ebenso scheiterte wie das kühne Hydropolis.
Letzteres sollte ein Hotel inmitten des Persischen Golfs werden. Unter Wasser versteht sich.
Zu guter Letzt unternehmen wir noch einen Abstecher in die neue Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Ja, ja: in Dubai wurde bereits eine Menge Gigantisches gebaut und die Hotels suchen weltweit ihresgleichen. Dass das nicht immer gut ging beweist aber der Dubai City Tower.
Drei Mal so hoch wie der Burj Khalifa sollten sich sechs Gebäude in Spiralen winden und durch einen Zug verbunden werden. Mann-o-mann. Gescheitert ist diese Idee logischerweise an den abnormen Kosten und am zu erwartenden Unterhalt wenngleich Wikipedia noch von laufender Planung berichtet.
Nichtsdestotrotz ein unterhaltsamer Blick und wer weiß: vielleicht wird ja der eine oder andere Plan doch wieder reaktiviert. In zehn, 20, 50 oder 100 Jahren…
Foto: Bassaar / Wikipedia
Tags: Bauvorhaben, Dubai City Tower, Globen Tower, Hotel, Kaiserbau, Luxushotel, Ruine, Sky Bridge Project

Mister Wong
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06. Juni 2010 um 09:27