Wie aus 1001 Nacht – Übernachten in einem Riad in Marokko
Die Hotelbesitzer Marokkos haben aus der Not eine Tugend gemacht: Aus verlassenen Häusern in den Altstädten (Medinas) der großen Städte haben sie wahre Kleinode für anspruchsvolle Touristen geschaffen, die das Ungewöhnliche suchen.
Die Wohnhäuser in einer arabischen Medina sind nach außen meist wuchtig und fensterlos, Zentrum des Geschehens war und ist der nach oben offenen Innenhof, nach dem sich die Zimmer richten. Das sorgt für Kühle und Privatsphäre. Mancher Innenhof besitzt sogar einen eigenen Pool.
Solch ein Haus nennt man dann Riad. Ist der Patio nur gepflastert, spricht man von einem Dar. Diese oft jahrhundertealten Riads und Dars waren sehr unterschiedlich ausgestattet – und sind es auch heute noch.
Gerade die Riads wurden im letzten Jahrzehnt zunehmend von Europäern aufgekauft, liebevoll als Gästehäuser restauriert. Allein in Marrakech entstanden bis heute über 400 Riads. Ein Riad verfügt haben in der Regel über drei bis acht Gästezimmer. Manchmal wurden aber auch mehrere nebeneinander liegende Riads zu einem Gästehaus zusammengefasst.
Die größte Herausforderung bei der Renovierung war es sicher, alle Gästezimmer mit einem eigenen Bad zu versehen. Trotzdem verfügt fast jedes Riad-Zimmer über private Bäder. Nur die wenigsten nutzen noch Gemeinschaftsbäder, die meist aus dem ehemaligen Hammam bestehen.
Das Dar Donab in Marrakech zum Beispiel ist laut Definition eigentlich ein Riad. Es verfügt nämlich über einen großzügigen Pool. Auch hat es als hochherrÂschaftlicher Palast, der Teil des Glaoui-Palastes war und heute in amerikanischen Besitz ist, wenig mit den anderen GästeÂhäusern der Stadt gemein. Alle sechs Suiten verfügen über ein modernes Bad, Klimaanlage, TV und Kühlschrank. Die Preise variieren: In der Nebensaison zahlt man für ein Doppelzimmer etwa 120 Euro, in der Hauptsaison 155 Euro. Die Suite Royale bekommt man für 300 bzw. 430 Euro.
Ein weiteres Schmuckstück ist das Palais de Fès –  Dar Tazi in Fes. Aus drei alten Stadthäusern entstand ein wunderÂschöÂnes Riad mit sechs weniÂgen, wie ein Museum eingeÂrichteten Zimmern. Von dort herrÂlicher Blick auf den Eingang zum AnÂdaÂlusierviertel. Eine Reservierung ist anzuraten. Die Preise variieren je nach Saison und Verfügbarkeit zwischen 78 und 147 Euro pro Doppelzimmer mit Frühstück. Auch können jeweils zwei Zimmer als Suite gemietet werden. Der Besitzer, Tazi, spricht deutsch.

Schon ein Blick in eines der Zimmer des Palais de Fès – Dar Tazi in Fes verrät: Hier wartet etwas Besonderes
Das Riad Noga in Marrakech mit einem Säulen bestandenen Innenhof mit Pool und einem weiteren Innenhof, der mit BouÂgainvilleen, Orangen- und Olivenbäumen bewachsen ist, auf anspruchsvolle Gäste. Von der begrünten Terrasse genießt man den PanoraÂmaÂblick über die Medina bis hin zu den Bergen des Hohen Atlas. Die wenigen Zimmer sind individuell eingerichtet, eine Reservierung ist dringend erforderlich.
Gleich nebenan ist ein hübsches kleines Riad mit zwei Schlafzimmern auf zwei Etagen, einem Bad sowie Gäste-WC und Terrasse. Es kann komplett zum Preis von 277 Euro pro Nacht gemietet werden. Das Frühstück wird dann im Riad Noga eingenommen. Auch den Pool darf dürfen die Gäste nutzen.
Die Marokko-Kennerin Edith Kohlbach bereist seit mehr als 20 Jahren das Land in Nordafrika. In ihrem Hotelführer Marokko hat sie an die 2000 Hotels, Riads und weitere Unterkünfte zusammengetragen. Den Führer und noch mehr Material zu Marokko bekommt man in ihrem Online-Shop unter: www.edith-kohlbach.de.
Bildnachweis: Edith Kohlbach privat
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