Hotelbranche: Hostels auf dem Vormarsch?

Bevor ich dieses Posting schreibe, müssen wohl einige Begriffe geklärt werden. Was ist eigentlich ein Hostel? Und wie unterscheidet es sich beispielsweise von Hotel, Pension oder der guten, alten Jugendherberge? Diese Frage ist deshalb wichtig, weil der Trend zu mehr Hostels ggf. überhaupt keine Hostels sondern günstige Hotels meint. Doch der Reihe nach.

Laut Wikipedia ist ein Hostel eine Unterkunft, die sich meist an Rucksacktouristen richtet und in der Regel Mehrbettzimmer anbietet. So wie auch die Jugendherbergen. Anders als letztere setzen die Hostels jedoch eher auf Individualreisende und weniger auf Schulklassen oder Reisegruppen.

Ob Hotel oder Hostel: die gute, alte Jugendherberge hat in den vergangenen Jahren erhebliche Konkurrenz erhalten.

Ob Hotel oder Hostel: die gute, alte Jugendherberge hat in den vergangenen Jahren erhebliche Konkurrenz erhalten.

Die ersten Hostels eröffneten in den 1970er Jahren und seit den 1990er Jahren entstanden dann auch in Deutschland die ersten Hostels, die nicht Mitglieder im Deutchen Jugendherbergsverband waren. Mittlerweile gibt es deutschlandweit 70 Hostels.

So weit die Theorie, denn in der Praxis sind die wenigsten Hostels als originelle Alternativen zum Hotel (RP Online) zu bezeichnen – es sind quasi Hotels.

Im RP -Artikel werden einige der interessantesten Hot** pardon: Hostels vorgestellt und in der Tat sind die Ideen vielversprechend. So im eher unspannenden Hamburger Stadtteil Hammerbrook, wo in einer alten Druckerei die “Superbude” Platz findet.

Neben den Hotel-typischen Doppelzimmern werden auch einige Vierbett-Zimmer angeboten, das Design ist eher trashig und wer auf zweckentfremdete Bierkästen oder Europaletten steht, der ist hier an der richtigen Adresse.

Etwas weniger intim geht es in Palmers Lodge zu. Doch wer schon für 36 Euro  in Londons City nächtigen möchte, der kommt um den großen Schlafsaal einfach nicht herum.Immerhin stimmt aber das Ambiente.

Von der britischen Hauptstadt geht es in die heimliche Kapitale der Hostels, nach Berlin. Hier schossen und schießen die günstigen Unterkünfte wie die Pilze aus dem Boden doch zeigt sich auch hier, dass das klassiche, Hotel-typische Doppelzimmer mehr und mehr auf dem Vormarsch ist.

In einem Punkt unterscheiden sich die Berliner Hostels dann aber doch von ihren Hotel-”Kollegen”. Kaum eine Herberge, die nicht ein Rahmenprogramm bietet. Im größten Hostel der Spreemetropole, dem Generator Hostel Berlin besteht dieses nicht nur in einer Bar mit DJs, Karaoke-Events sondern auch in einem Restaurant, einem Biergarten und einer eigenen Chill-Out-Area.

Überhaupt ist die Geselligkeit einer der Vorzüge eines Hostels. Hier wird viel getan, damit sich die Reisenden näher kommen und ob nun Pfefferbett, East Seven oder Odyssee Hostel - überall werden dem Kennenlernen eigene Plätze eingeräumt, meist in Form einer 24 Stunden Bar oder einem Tischfußball- Billard oder Dart-Raum.

Ob sich die Hostels jedoch als echte Konkurrenz zu den etablierten Hotel erweisen, ist eher zu bezweifeln. Wer in einem Doppelzimmer mit Dusche/WC seine Ruhe haben möchte, der ist doch meist in einer “klassischen” Lösung besser untergebracht und wer Wert auf Party legt, würde wohl sowieso nicht auf die Idee kommen, in einem – meist teureren – Hotel abzusteigen.

Oder irre ich mich da?

Foto: MBDortmund / WIkipedia

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