Privatunterkünfte für Indien-Travellers
Eine großartige Idee im Rahmen der Entwicklungshilfe bzw. Selbsthilfe, die gleichzeitig auch dem Schutz der Umwelt und der Fauna dient, sind die sog. Homestays in Indien.
In Zusammenarbeit mit lokalen karitativen Einrichtungen, der indischen Tourismus-Behörde und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen bieten Dorfbewohner aus einer zunehmenden Anzahl von Ortschaften ihre Wohnungen als Unterkunft für Touristen und Reisende an.
Selbstverständlich kann der Tourist hier nicht den Komfort eines Sterne-Hotels erwarten. Aber es werden für Annehmlichkeiten gesorgt, die die Dorfbewohner normalerweise nicht kennen und für sie Luxus darstellen, wie z.B. heißes Wasser. Auch wird im Rahmen dieses Programms die hygienische Zubereitung der Gerichte geschult.
In der Regel wird von den Gästen erwartet, dass sie nicht nur das Obdach mit den Einwohnern teilen, sondern auch am alltäglichen Leben der Einheimischen teilnehmen, um so einen möglichst authentischen Eindruck von den Lebensbedingungen der Bevölkerung zu erhalten.
Zu den ersten Homestays gehören jene im Hemis National Park in Ladakh nördlich des Himalayas. Dies ist der größte Nationalpark Indiens, in dem viele bedrohte Säugetiere, u.a. Schneeleoparden ihre Heimat haben. Da sich innerhalb der Grenzen des Parks auch viele Menschen, hauptsächlich Nomaden niedergelassen haben, die von Geflügel-, Ziegen- und Schafszucht leben, ist es immer wieder zu Interessenskonflikten zwischen den Nomaden einerseits und dem Wunsch, den Bestand der Leoparden zu erhalten, andererseits gekommen. Da letztere oftmals das Zuchtvieh der Nomaden erbeuteten, töteten jene im Gegenzug die auf Beute gehenden Tiere und dehnten ihre Viehhaltung so sehr aus, dass die natürlichen Beutetiere der Schneeleoparden ausstarben.
Deshalb griffen die Regierung Indiens und der Schneeleoparden-Trust zu einer Reihe von Maßnahmen, die helfen sollen, diesen Konflikt einzudämmen:
U.a. wurden Gebiete definiert, in denen das Zuchtvieh nicht grasen darf und es wurde für sichere Bestallungen gesorgt, in die die Schneeleoparden nicht eindringen können. Vor allem aber wurde ein Programm aufgelegt, das den Bewohnern Touristen als Hausgäste vermittelte, vorausgesetzt, jene nehmen Abstand davon, die Schneeleoparden zu töten.
Mehr und mehr Dorfbewohner und ganze Ortschaften partizipieren mittlerweile an diesem Homestay-Programm. Reisende, die Interesse haben, authentisches indisches Alltags- und Familienleben kennenzulernen und daran teilzunehmen, ist diese Art von Unterkunft sehr zu empfehlen.
Das obige Bild basiert auf dem Bild Chicken curry.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Tags: 5-Sterne-Hotel, curry, Hemis National Park in Ladakh, homestays, indien, privatunterkünfte indien, Schneeleoparden-Trust, travellers

Mister Wong
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