WM 2010 – ein Fazit aus der Hotelperspektive
Ist das Thema nicht schon durch? WM? War da was? Natürlich ist die WM 2010 nachwievor spannend, nicht zuletzt, weil am heutigen Samstag der Klassiker Deutschland gegen Argentinien steigt. Wie schon vor Beginn der WM möchte ich auch jetzt, rund eine Woche vor dem Finale einen Blick auf die Hotelsituation werfen. Vielleicht sogar mit einem kleinen Fazit.
Wenn ich ehrlich bin: so viele Horrormeldungen wie zuvor befürchtet, hat die WM nicht mit sich gebracht. Ist ja auch gut so und alles in allem hat die Organisation bislang doch recht reibungslos geklappt. Mit einigen, wenigen Ausnahmen.

WM 2010 in Südafrika: trotz anfänglicher Skandälchen und negativer Prognosen waren nur die wenigsten Teamhotels zu beanstanden.
Eine Ausnahme stellt in gewisser Weise das Ausscheiden der Selecao dar. Die Brasilianer waren gestern – ausgerechnet – gegen die Niederlande ausgeschieden und schon im Vorfeld dieses Spiels äußerte Noch-Nationaltrainer Carlos Dunga Kritik am Wechsel des Hotels. So berichtet es die Rheinische Post wo Dunga mit den folgenden Worten zitiert wird:
“Jetzt müssen wir die Hotels mit anderen Gästen teilen. Das wird ein Durcheinander geben”
Es gab ein Durcheinander und zwar in der Abwehr, sodass das Hotelproblem schlichtweg durch die Heimreise gelöst wird.
Apropos Heimreise: diese mussten bekanntlich auch die Engländer antreten. Aber nicht ohne in ihrem Mannschaftshotel beklaut zu werden. Gestohlen wurden umgerechnet 610 Euro, ein getauschtes Trikot der USA und ein wenig Unterwäsche. Sicherlich zu verschmerzen, wenngleich das Reinigungspersonal für diesen Diebstahl bereits zu Gefängnis und Geldstrafe verurteilt wurde.
Manche der noch verbliebenen Teams würden sich vielleicht so viel Action wie einen kleinen Diebstahl wünschen. Denn offensichtlich ist das Leben in den Hotels meist so langweilig, dass der Südkurier in diesem Kontext gar von einem richtig gehenden Lagerkoller spricht.
Die Paraguayaner wurden schon vor dem Turnier darauf vorbereitet, bis zu sieben Wochen eingesperrt zu sein, die deutsche Mannschaft sah es etwas lockerer, denn immerhin sind auch die Frauen und Freundinnen mit dabei und in einem anderen Hotel in Pretoria untergebracht.
Zum Zeitvertreib werden Özil, Schweinsteiger und Co. mit Playstations, Quad-Cars und Tischtennisplatten versorgt was offensichtlich erfolgversprechender ist, als die Backgammon-Turniere der griechischen Nationalmannschaft.
Bei den Franzosen ging die Langeweile offensichtlich so weit, dass sich das Team zerstritt und auch Wayne Rooney, vermeintlicher Star der englischen Equipe nannte sich selbst frustiert im Hotel und die Situation langweilig.
Sie lesen es heraus: die ganz großen Skandalmeldungen sind dieses Mal nicht dabei und so richte ich zum Abschluss noch einmal den Blick auf das Ganze. Anfangs waren viele Mannschaften über ihre Hotels entsetzt, am Ende ging es dann aber doch nur um Fußball und die Meldungen über die Unterkünfte traten in den Hintergrund.
Die südafrikanische Tourismusindustrie konnte sich am Ende jedoch über die WM 2010 freuen. Laut Süddeutsche Zeitung wurden 130.000 neue Stellen geschaffen, von denen einige sicherlich Bestand haben dürften.
Auch freuen sich die Hotels rund um Johannesburg über eine neue touristische Zielgruppe. Waren früher fast nur Europäer in Sandton zu sehen, bezogen jetzt deutlich mehr Lateinamerikaner Quartier.
Der PR-Nutzen ist auf jeden Fall gegeben und es wird vermutlich nicht mehr lange dauern, bis auch in unserem Hotel-Blog das eine oder andere südafrikanische Hotel präsentiert wird. Und das ganz ohne WM.
Tags: Argentinien, Deutschland, Fußball, Südafrika, WM 2010
Mister Wong
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