Südafrika: Ärger in den WM- Hotels
Nein, wir denken noch nicht an eine Umbenennung in WM- Hotel-Blog. Obwohl das angesichts der momentanen Themenfülle fast schon Sinn machen würde. Gestern ging es noch einmal um das Velmore Grand, das Quartier der deutschen Fußball- Nationalmannschaft. Und bei aller Lästerei über hässliche Einrichtung und seltsame Umgebung: Jogis Truppe hat es noch gut getroffen.
Nehmen wir nur einmal die Serben. Ex- Hertha- Stürmer Marko Pantelic musste seine Billard- Party im Sunnyside Park Hotel unterbrechen, weil auf einmal eine Steckdose Feuer fing. Der Brand war schnell gelöscht und ob die Ursache im Hotel lag, ist noch nicht geklärt. Ärgerlich ist ein solcher Zwischenfall aber trotzdem.

WM 2010: Wie hier in Pretoria sind die Hotels auch an anderen Orten um die Sicherheit der Spieler bemüht.
Und glaubt man einem Artikel in der “Welt“, so hat das Hotel dann auch noch ein paar andere Nachteile zu bieten. Wasserhähne, die nicht funktionieren, Absperrbänder, wo eigentlich Wände sein sollten und ein holpriger Trainingsrasen sind nur einige der Punkte, die hier aufgeführt werden.
Die Serben scheinen aber gute Miene zum vermeintlich unkomfortablen Spiel zu machen und unterscheiden sich damit erheblich vom anderen deutschen Gruppengegner: den Ghanaern.
Diese waren im Roode Vallei Lodge Hotel untergebracht und ich schreibe bewusst “waren”. Aufgrund der ärmlichen Ausstattung – so berichtet es die “Zeit” – haben sich die Kicker entschlossen, ins 5-Sterne-Hotel Sun City nach Rustenburg umzuziehen. Hätte man sicherlich auch früher wissen können, oder?
Kommen wir zum leidigen Thema Sicherheit, das nicht erst nach den erneuten Überfällen auf Journalisten ganz oben auf der Tagesordnung steht. In der Nacht auf Mittwoch wurden zwei Portugiesen und ein Spanier im als sicher geltenden Hotel Nutbush Boma Lodge in Magaliesburg überfallen und mit einer Pistole bedroht. Zum Glück wurde niemand verletzt doch Arbeitskleidung, Bargeld, Kreditkarten etc. sind erst einmal futsch.
Da nimmt es nicht wunder, dass die deutsche Elf vom BKA geschützt wird und die englische Auswahl gar in einem Tross von 17 Security- Autos plus Hubschrauber in ihr Quartier gebracht wurden.
Auch Brasilien, Dänemark, Frankreich und die USA verlassen sich nicht auf die örtlichen Sicherheitsbehörden sondern haben ihren eigenen Schutz mitgebracht.
Besonders sicher sind die Italiener untergebracht. Wie die Süddeutsche vermeldet, haben sich die Azzuri knapp ein Dutzend Anti- Terror- Spezialisten aus Italien mitgebracht und werden zudem von 40 bewaffneten Posten aus dem Gastgeberland beschützt.
Soviel fürs Erste doch bin ich fast sicher, dass uns das Thema WM und Südafrika auch unter dem Hotel- Aspekt noch ein Weilchen begleiten wird. Bleiben Sie also dran ….
Foto: Zakysant / Wikipedia
Tags: Fußball, Johannesburg, Luxus Hotels, Mannschaftshotels, Südafrika, Teamhotel, Unterkunft, WM 2010
Mister Wong
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Michael sagt:
Beeindruckende Sicherheitsmaßnahmen, alles was recht ist. Ob eine Kleinarmee notwenig ist und warum ausgerechnet die Italiener so eine Angst vor Terrorschlägen haben, weiß beziehungsweise verstehe ich zwar nicht so ganz – aber dennoch empfinde ich es allgemein als positiv, dass die WM trotz der herrschenden Sicherheitprobleme dennoch in Südafrika stattfindet. Es wäre schade gewesen, wenn dem Land die Ausrichtung des Turniers doch noch versagt worden wäre.
11. Juni 2010 um 09:10Susanne sagt:
Ich finde die Sicherheitsmaßnahmen schon extrem und eher schon übertrieben. Wenn man solche Meldungen liest hat man als “Normalperson” panische Angst nach Südafrika zu reisen. Vorsicht ist natürlich angemessen und Sicherheitsprobleme, Kriminalität etc. möchte ich auch gar nicht verleugnen, aber ich finde das Maß ist wichtig.
11. Juni 2010 um 12:13