Sprachverwirrung: Über Nacht im Hôtel de Ville
Es gibt Themen, an denen merkt man sofort, dass Sommerferien sind. Doch warum sollte nicht auch ich einfach mal ein Sommerloch-Thema aufgreifen. Wohlan, auf ins Elsaß, wo eine Britische Touristin mit einem Sprachproblem der besonderen Art zu kämpfen hatte.
Was sicherlich einigen Nicht-Französisch-Sprechern passiert, geschah auch in diesem Fall: die Dame wollte im Hôtel de Ville übernachten. Klingt ja auch nicht schlecht, nur verbirgt sich hinter dieser Formulierung schlichtweg das Rathaus.
Wäre die Touristin direkt an die Rezeption bzw. einen Informationsschalter gegangen, so hätte es die Geschichte wohl kaum in die Internet-Ausgabe der Bild geschafft. Doch es kam anders und die Touristin nutzte im französischen Örtchen Dannemarie zunächst die Toiletten.
Es folgte, was folgen musste: die Türen wurden verriegelt und die Angestellten der Gemeinde Dannemarie gingen ins wohlverdiente Wochenende:
Fast hätte die Frau bis Montag bleiben müssen, doch sie machte mit einem schriftlichen Hilferuf an einer der Eingangstüren auf sich aufmerksam.
Der Dorfapotheker entdeckte den Zettel am Samstag, Bürgermeister Paul Rumbach befreite die Mittdreißigerin. Der will jetzt nach eigenen Worten über englisch- und deutschsprachige Hinweisschilder nachdenken.
Letzteres halte ich dann aber doch für übertrieben – schließlich lauern in nahezu jeder Sprache Fallstricke.
Und by the way … wer einmal in einem französischen Rathaus war, der wird ziemlich bald merken, dass es sich im Hôtel de Ville nicht übernachten lässt.
Tags: Britin, Frankreich, Hotel de Ville, Rathaus, Sprache, Touristin

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