No-Frill Chic Hotels
Nachdem es neulich um die günstigsten Hotel-Ketten in Deutschland ging, möchte ich heute das Hotel-Konzept mit dem wohlklingenden Namen “No-frills chic” vorstellen.
Das No-frills Konzept wurde ursprünglich von der Billig-Fluglinie Ryanair adaptiert und bedeutet, dass hier so konsequent wie möglich an den Kosten gespart wird. Grade auch vor dem Spiegel der Wirtschaftskrise sind es v.a. die sog. Budget-Hotels, die sich stark nach dem Vorbild der Billig-Flieger positionieren. Hier wurde das No frills-Konzept jedoch um den Zusatz “chic” erweitert. Unter diesem Motto “No-frills chic” verpflichten sich also die Budget-Hotels, Reisenden zu kostengünstigen Preisen erschwinglichen Luxus und Unterkunftsmöglichkeiten zu bieten, die besonderen Wert auf Design und hohen Nutzen in Form gemütlicher Zimmer, qualitativ hochwertiger Technologie-Elemente und außergewöhnlichen Kunden-Service legen.
Diesem preis- und stilbewussten Service gegenüber steht die Philosophie der Selbstbedienung. So gibt es kein Personal, weder Restaurant noch Zimmerservice. Auch den Check-In und Check-Out erledigen die Gäste selber.
Vorläufer dieses Hotel-Konzepts ist das Qbic in Holland mit Zimmern in einem “coolen und futuristischem Design”, gestaltet von namhaften Designern wie z.B. Philippe Starck.
Ein anderes Beispiel ist die Hotel-Kette citizenM (M für Mobile), deren erstes Hotel 2008 am Amsterdamer Schiphol Flughafen eröffnet wurde. Das Hotel-Konzept wurde von Rattan Chadha ins Leben gerufen, der auch das Mode-Label Mexx gründete. Gebaut wurde das Hotel von der preisgekrönten holländischen Architekturfirma concrete.
Um Kosten zu sparen, werden citizenM-Hotels nicht am Standort selbst gebaut. Sobald die (einander völlig identischen) Fertighäuser am Zielort errichtet worden sind, lassen sich die ca. 240 Zimmer innerhalb 15 Tagen “hineinstapeln”. Für die Einrichtung sorgt der Hersteller design-orientierter moderner Möbel Vitra – das Hotel selbst dient ihm quasi als Showroom und Werbefläche in einem. Der Markenhersteller Phillips wiederum sorgt mit seinem “MoodPad” für die richtige Raumtemperatur und für das passende Licht, genau an die Stimmung und Befindlichkeit des Gastes ausgerichtet.
Wer also preisbewusst übernachten möchte ohne gleichzeitig auf angenehme Atmosphäre, technische und gestalterische Finessen verzichten zu müssen, für den sind diese Hotels sicher eine gute Alternative.
“Verlierer des aktuellen Trends zum halbwegs stilvollen, kettengebundenen Billighotel dürften kleinere Privathotels in den Metropolen sein, die zwangsläufig nicht über dieselbe Marketing- und Vertriebskraft verfügen – und im Preiskrieg nur bis zur Schmerzgrenze mithalten können.”
(sagt Welt Online)
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