Neuer Trend? Hotels im Leuchtturm

Es ist ein wenig, als hätte Nenas Leuchtturm-Song Pate gestanden. Die deutsche Popikone singt im Refrain die berühmte Zeile: Ich geh’ mit dir wohin du willst, auch bis ans Ende dieser Welt Am Meer, am Strand, wo Sonne scheint, will ich mit dir alleine sein. Das liest sich wie aus einem Hotelprospekt für eines der Leuchtturm-Hotels.

Ja, Sie haben richtig gelesen: so etwas gibt es und sowohl Meer, Sand und Sonne als auch das “allein sein” sind hier selbstverständlich. Schließlich bietet ein umgebauter Leuchtturm nicht allzu viel Platz und die wenigen Gäste leiden nicht an Überfüllung.

Übernachten auf Hoher See: der Leuchtturm Roter Sand bietet hierzu die Möglichkeit und wird nächteweise vermietet.

Übernachten auf Hoher See: der Leuchtturm Roter Sand bietet hierzu die Möglichkeit und wird nächteweise vermietet.

Nehmen wir nur einmal den Molja-Leuchtturm am Eingang des Hafens im norwegischen Aalesund. Gerade einmal drei Meter durchmisst das Gebäude, doch der norwegische Stararchitekt Snohetta baute trotzdem Übernachtungsmöglichkeiten ein.

Dabei bildet der Leuchtturm eine Art Außenstelle des Hotel Brosundet und wird dort als Raum Nummer 47 geführt. Der Leuchtturm hat bereits 150 Jahre auf dem (nicht vorhandenen) Buckel, wurde jedoch im Inneren mit einem komplett neuen Bad und einer Menge moderner Annehmlichkeiten ausgestattet.

Wem Norwegen zu weit entfernt ist, der wird auch im niederländischen Harlingen fündig. Hier wird unter der original erhaltenen Kupferkuppel geschlafen und auch hier hat der Betreiber darauf geachtet, dass nur ein Zimmer entstanden ist. Aber was für eines! UKW-Schiffsfunk, Telefon, Bildtelefon sowie Quooker und gar ein Windgeschwindigkeits- und Richtungsmesser gehören zur Ausstattung. Neben TV, Minibar und Co, natürlich.

Anders als im norwegischen Leuchtturm besteht der Harlinger Turm gleich aus drei Etagen. Die erste ist dem Badezimmer mit der halbrunden Dusche vorbehalten, es folgt der Wohn- und Schlafbereich und in der oberen Etage wartet auf Wunsch ein gedeckter Tisch auf die “Hotel-”Gäste.

Und das gibt es nur im Ausland? Nein! Auch Deutschlands berühmtester Leuchtturm “Roter Sand” bietet die Möglichkeit einer Übernachtung. Unweit der Nordseeinsel Wangerooge liegt er und gilt mit seiner rot-weißen Lackierung als der architektonische Prototyp seiner “Zunft”.

Das Gebäude wurde aus Stahl konstruiert und besteht gar aus fünf Etagen. Eine Besonderheit (oder sollte ich besser schreiben: eine besondere Besonderheit) sind die alten Möbel, die noch aus der aktiven Zeit des Leuchtturms stammen.

Entsprechend sind die Übernachtungen dann auch alles andere als luxuriös und werden auf der Webseite des Roten Sands nur für Personen mit guter, körperlicher Konstitution angeboten.

Zuletzt geht es noch nach Hamburg. Die Insel Neuwerk gehört zumindest formal zum Stadtgebiet der Hansestadt und der dortige Leuchtturm wurde bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts erbaut. Hier trifft das Nena-Zitat vom “allein sein” ausnahmsweise mal nicht ins Schwarze, denn der Leuchtturm Neuwerk ist so voluminös, dass gleich sieben Zimmer Platz finden.

Einsamkeit ist aber trotzdem gewährleistet, denn Neuwerk erreicht man nur bei Ebbe und per Fußweg durch das Watt bzw. mit dem Schiff von Cuxhaven.

Foto: Markus Jastroch / Wikipedia

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