Neuer Trend? Einheimische als Hotelgäste
Es war im Juni des vergangenen Jahres als ich hier im Hotel-Blog über die Aktion “Mein Hotel Colonia” berichtete. Vielleicht haben die Touristiker anderer Städte ja den letzten Satz gelesen, in dem ich die Nachahmung dieser guten Idee empfehle …
Seit Köln hat sich die Idee des Hotels für “Locals” offensichtlich herumgesprochen und so bleibt die Domstadt nicht allein. Seinerzeit nahmen 54 Hotels an der Aktion teil und selbst die Übernachtung im 5-Sterne-Hotel kostete lediglich 55 Euro. Für Kölner versteht sich.

Köln, Frankfurt, Lübeck, Kleve: immer mehr Städte bieten günstige Hotelübernachtungen für die eigene Bevölkerung.
Eine Recherche hat mir jedoch offenbart, dass die Aktion in Köln keineswegs so neu war. Schon 2009 wurde “Gast in der eigenen Stadt” (Frankfurt am Main) mit dem Hessischen Tourismuspreis ausgezeichnet.
Seitdem handelt es sich in der Mainmetropole um einen regelrechten Klassiker und wie die Frankfurter Neue Presse berichtet, wurden auch 2011 mehr als 1.000 Frankfurterinnen und Frankfurter registriert. Teilnehmer waren 22 der besten Hotels der Stadt und der Preis für die Übernachtung lag bei gerade einmal 45 Euro pro Person. Frühhstück und Wellness gab es inklusive und gemessen am Andrang hätte die Sonderaktion gut und gerne zehn Tage weiterlaufen können.
War Frankfurt damit der Erfinder der Sonderaktionen? Keineswegs. Schon 2004 (!) schrieb der Spiegel über eine vergleichbare Aktion in Heilbronn. Unter dem Namen “Sofa-Tourismus-Tag” hatten die dortigen Hotels eine Art “Tag der offenen Tür” veranstaltet. Zugegeben: die Aktion lief ein bisschen anders, denn hier ging es gezielt um die Unterbringung von Freunden und Verwandten im Hotel. Entsprechend gab es auch keine verbilligten Übernachtungen sondern lediglich Snacks. Der Andrang bei den Hotelbesichtigungen war dennoch enorm.
Apropos enormer Andrang. “Der Warnemünder” berichtet darüber, dass die Zimmerschlüssel im Hotel Neptun förmlich aus den Händen gerissen wurden. Hintergrund war das Special zum Valentinstag, bei dem die Zimmer für gerade einmal 40 Euro angeboten wurden. Zu den Gästen gehörten interessanterweise hauptsächlich Einheimische, sodass hier (unfreiwillig) derselbe Effekt wie in Köln oder Frankfurt erreicht wurde.
Eher gezielt geht die Hansestadt Lübeck zu Werke. Hier lautet das Motto der Touristiker “Runter vom Sofa – rein ins Sterne Hotel”. Die Aktion läuft im Moment und wie die Webseite von Lübeck Tourismus verlautet, sollen bereits Übernachtungen für 19 Euro pro Person möglich sein. In den Genuss kommen allerdings nur “echte” Lübeckerinnen und Lübecker.
Wechseln wir nach Dresden, wo am kommenden Wochenende eine ähnliche Sonderaktion steigt. Das City Management Dresden schreibt, dass selbst Spitzenhotels im Elbflorenz lediglich 29 Euro pro Person und Nacht kosten. Ebenfalls wird eine Stadtführung angeboten und ein Gutschein für einen Konzertbesuch an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber ist auch mit im Paket.
Last but not least tritt Kleve den Beweis an, dass Übernachtungen im eigenen Ort nicht nur in den Metropolen funktioniert. Die WAZ berichtet darüber, dass an Ostern 2012 jeder Klever Bürger zehn Euro pro Nacht und Stern bezahlen muss. Laut Tourismusverband Nordrhein wurde ein Kontingent von 400 Zimmern in zehn Hotels freigehalten.
Eine Empfehlung zur Nachahmung brauche ich offensichtlich nicht mehr auszusprechen, denn die Idee hat sich mittlerweile durchgesetzt.
Foto: Thomas Robbin, Wikipedia
Tags: Dresden, Einheimische, Hotel, Kleve, Köln, Luxus Hotels, Luxushotel, SOnderaktion
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