Mallorca – Hotelbalkone als Sprungtürme
Es ist ein bisschen wie mit den allbekannten “Flitzern”? Wer über das Phänomen berichtet, schafft Öffentlichkeit und gleichsam eine Bühne. Berichtet man jedoch nicht, so wird die Öffentlichkeit um ein interessantes Thema gebracht. So auch beim neuen Trend in mallorquinischen Hotels: dem Balkonspringen.
Offen gestanden habe ich selten von einem solch selbstmörderischen Unfug gelesen und die betreffenden Hotelbesitzer tun mir einfach nur leid. Der Grund: mehr und mehr junge Urlauber versuchen, vom Balkon des Hotelzimmers in den darunter gelegenen Pool zu springen.

Balconing: mehr und mehr junge Urlauber nutzen ihren Hotelbalkon als Sprungbrett in den Hotelpool und riskieren dabei schwere Unfälle.
Darüber berichtet auch der Berliner Kurier und wartet mit alarmierenden Zahlen auf. Mindestens vier (nach anderen Berichten bereits acht) der meist jugendlichen Springer haben den vermeintlichen “Spaß” bereits mit ihrem Leben bezahlt. Der Trend des so genannten “Balconings” ist aber ungebrochen.
So haben die meist zwischen 18 und 25 Jahre alten Balkonspringer schon für mehr als 30 schwere Unfälle gesorgt. Das liegt unter anderem daran, dass nicht mehr nur von Balkon zu Balkon gesprungen wird, sondern dass viele der Betrunkenen direkt aufs Pflaster springen:
„Wir kennen die Balkonstürze seit langem“, sagte ein mallorquinischer Hotelangestellter vom Ferienort Alcudia. „Jedoch sind sie in diesem Jahr zu einer regelrechten Plage geworden.“
Was tun? Aufklärung ist in diesem Fall vermutlich Unsinn, denn wem muss man noch erklären, dass ein Sprung aus einem Fenster gefährlich ist. Drogen und Alkohol zu verbieten macht ebenso wenig Sinn und so bleibt nur die Möglichkeit, jungen Touristen die Zimmer in den unteren Etagen zu geben oder die Balustraden und Balkongitter zu erhöhen.
Ein trauriges Phänomen, das bei YouTube und Co. erstaunlicherweise unter “Fun” rangiert.
Tags: Hotel, Mallorca, Palma de Mallorca, Strandhotel
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Lena sagt:
Ich bin ja ein großer Fan davon, kein Hotel zu buchen sondern bei privat unterzukommen. Da lernt man Land und Leute viel besser kennen, es ist in der Regel günstiger und meistens hat man auch mehr Platz. Eine kleine Fincafür sich allein muss es ja nicht unbedingt sein, auch wenn das natürlich von vielen der Traum ist.
08. Oktober 2010 um 14:42