Hotels: Stern ist nicht gleich Stern
Ein wenig desillusioniert war ich schon, als ich den Artikel in der Onlineausgabe der “Welt” entdeckte. Dort ist doch tatsächlich von Hotelsternen die Rede und wir erfahren, dass sich hinter der allgemein gebräuchlichen Kategorisierung keineswegs immer das verbirgt, was man vielleicht erwarten würde.
Beispiel gefällig? Bittesehr. Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Kriterien für die Klassifizierung eines Hotels extrem unterschiedlich, von anderen Ländern ganz zu schweigen. Aus diesem Grund haben sich die deutschsprachigen Staaten nun dahingehend verständigt, ihr Einstufungsprinzip zu vereinheitlichen:

5-Sterne-Deluxe: Deutschland, Österreich und die Schweiz vereinheitlichen ihre Klassifizierungssysteme.
“Wir versuchen, die positiven Elemente aus den drei Ländersystemen zu kombinieren”, sagt Stefanie Heckel, Pressesprecherin des Dehoga Bundesverbandes. Man sei sich einig, dass bei der Hotelklassifizierung künftig nicht nur “fassbare Ausstattungsmerkmale” wie Zimmergröße oder das Vorhandensein von Klimaanlage und Fernseher eine Rolle spielen werden, sondern auch verstärkt Aspekte der Servicequalität, die in 15 der 16 deutschen Bundesländer bereits mit dem “Q”-Gütesiegel der ServiceQualität Deutschland beurteilt werden.
Das klingt vielversprechend, alldieweil die derzeitigen 279 Kriterien nur bedingt einleuchten. Für einen Stern müssen dabei 90 Punkte erreicht werden, für Fünf-Sterne sogar 570 Punkte. Zudem muss ein Fünf-Sterne-Hotel eine täglich geöffnete Hotelbar haben und sowohl Bademantel als auch Hausschuhe auf jedem Zimmer bereit halten.
In Deutschland ist es indes so, dass zahlreiche Hotels schlichtweg auf den fünften Stern oder gar die Einstufung als “Fünf Sterne Superior” verzichten, weil sonst die Gefahr besteht, dass preisbewußte Tagungsgäste abgeschreckt werden.
In anderen Ländern sind die Sternvergaben jedoch noch intransparenter. Nehmen wir die Vereinigten Arabischen Emirate mit den zahlreichen Sieben-Stern-Häusern. Dies ist eine Kategorie, die einzig und allein in dem Ölstaat vergeben wird und dementsprechend nur wenig aussagt.
In Spanien werden die Hotels regional bewertet und auch in Italien unterscheiden sich die gültigen Regionalsysteme deutlich voneinander.
Doch letztlich ist die ganze Diskussion ja sowieso unnötig, denn was zählt ist das Wohlfühlen. Und das lässt sich nun einmal nicht in Sternen wiedergeben…
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Tags: 4 Sterne, 5 Sterne, 5-Sterne-Hotel, hotels, Klassifizierung, Luxus Hotels, Sterne
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Dominik Sobotka sagt:
Viele Hotels verzichten ja ganz bewußt auf die Sterne-Klassifizierung zumal sogenannte Softfacts wie z.B. die Freundlichkeit des Personals oder die Qualität des Essens gar nicht (objektiv) getestet werden (können) – und diese sind ja meist ausschlaggebender für den Wohlfühlfaktor, als ob es einen Safe auf dem Zimmer gibt oder nicht…
26. März 2009 um 20:52