Hotel Lutetia Paris mit neuem Besitzer
Ob der israelische Unternehmer Alfred Akirov die Geschichte des Hotel Lutetia in Paris im Blick hatte oder nur ein lohnendes Investment machen möchte: darüber kann man nur mutmaßen. Fakt ist jedoch, dass dieses 100 Jahre alte Haus auf eine unvergleichlich spannende Historie zurückblickt. Und diese beginnt schon mit der Erbauung.
1910 handelte es sich um das erste Art Deco Hotel der Welt – die Fassade wurde von Paul Belmondo, Vater des Schauspielers Jean-Paul Belmondo geschaffen und in den 1930er Jahren gaben sich Kulturschaffende wie Picasso, Matisse, André Gide und andere im vornehmen Stadtteil Saint-Germain-des-Près die Klinke in die Hand.

Besitzerwechsel in einem der bekanntesten Hotels von Paris: das Hotel Lutetia Paris gehört fortan dem israelischen Alrov-Konzern.
Während der deutschen Besatzung trafen sich zunächst Nazi-Gegner in dem Luxushotel bis die Nazi an diesem Ort 1940 ihr Hauptquartier für Spionageabwehr und Gegenspionage einrichteten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten hier Shoa-Überlebende, gleichzeitig fungierte das Hotel als Informationszentrum für Angehörige und als vermisst gemeldete Personen.
Charles de Gaulle war hier zu Gast, Josephine Baker tanzte hier, Serge Gainsbourg nahm seine Drinks und so weiter. Illustrer kann ein Hotel also kaum sein und insofern ist der Kauf durchaus nachvollziehbar.
Die Süddeutsche Zeitung indes, sieht ein Wagnis und weist auf die historische Untreue der Hotelgäste hin. Anders ausgedrückt verfügt das Haus nur über wenige Stammgäste und zudem sind in den nächsten Jahren gleich vier neue Luxushotels in der Stadt der Liebe geplant.
Man darf also gespannt sein, wie sich das Hotel Lutetia behaupten wird. Doch wirft man einen Blick auf die Geschichte, so braucht man sich über den Fortbestand keine Sorgen zu machen. Das Haus hat schon ganz andere Krisen als die derzeitige finanzielle überstanden.
Foto: I, Coyau / Wikipedia
Tags: Frankreich, Hotel Lutetia, Hotel Lutetia Paris, Israeli, Luxushotel, Verkauf
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Christa Hippchen sagt:
Gibt es in den Archiven des Hotels Lutetia auch einen Hinweis auf eine Delegation aus Indochina, geleitet von einer Frau, die im Jahre 1967 mit Frankreich Verhandlungen wegen der Entkolonialisierung geführt haben?
Ganz großen Dank für eine Mitteilung!!!!
05. Oktober 2010 um 11:35m f g
Christa Hippchen