Hamburg-St. Pauli – Privatzimmer statt Hotel

Ob sich dieser Trend wirklich durchsetzt? Aus der Sicht eines Hoteliers kann man nur hoffen, dass dem nicht so ist, wenngleich die Idee der privaten Zimmer bzw. Wohnungsvermittlung durchaus reizvoll klingt.

Am Anfang war die Fußball-WM 2006 in Deutschland, zu der Hotelzimmer ebenso knapp wie teuer wurden. Der Hamburger Henning Bunte hatte seinerzeit die Idee, seine Hamburger Altbauwohnung in unmittelbarer Kieznähe zu vermieten und setzte damit eine wahre Lawine in Gang.

WG-Zimmer gesucht? Im Hamburger Stadtteil St. Pauli werden Privatwohnungen zu temporären Hotels.

WG-Zimmer gesucht? Im Hamburger Stadtteil St. Pauli werden Privatwohnungen zu temporären Hotels.

Das berichtet auch das Hamburger Abendblatt, wo der Geschäftsmann gleich zitiert wird:

“Ich habe damals eines meiner Zimmer untervermietet, die Nachfrage war riesig”, sagt der 36-Jährige. Immer mehr Gäste kamen – und Henning Bunte kam eine Geschäftsidee: Er kündigte seinen Job in einer sozialen Einrichtung, gründete das St. Pauli Tourist Office und wurde Herbergsvater.

Mittlerweile sind es 25 Privatwohnungen, allesamt zentral gelegen und die Tendenz ist steigend.

Dabei sind die eigentlichen Bewohner der Wohnungen in der Regel verreist, haben wichtige private Dinge in einem separaten Zimmer eingeschlossen und brauchen lediglich Zimmer, Küche und Bad bereitzustellen.

Angesichts von Preisen um die 50 Euro für ein Doppelzimmer durchaus erträglich, denn bislang wurde noch nie eine Wohnung verwüstet oder besonders verschmutzt:

Im Gegenteil. “Die meisten stellen ihren Gastgebern vor der Abreise einen Blumenstrauß hin oder schreiben einen Dankesbrief.”

Eine Konkurrenz für die Hotellerie? Ich glaube nicht, denn wer privat wohnt, sucht vermutlich etwas anderes als Zimmerservice, Frühstücksbuffet oder Sauna im Haus. So handelt es sich eher um eine Ergänzung, die hier und da durchaus Sinn machen kann….

Foto: Jaro.p / Wikipedia.de

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2 Antworten zu “Hamburg-St. Pauli – Privatzimmer statt Hotel”

  1. Gravatar von Chris

    Chris sagt:


    Genial einfache Idee, zu der man Herrn Bunte nur beglückwünschen kann. In kleineren Orten dürfte ein solches Konzept deutlich schwieriger umzusetzen sein, aber für Metropolen wie Berlin oder Paris lohnt es sich vermutlich – wobei ich mich schon frage, ob und wenn ja in welcher Höhe die Wohnungen gegen Verwüstungen, Beschädigungen etc. versichert sind…

  2. Gravatar von Stefanie Witt / bed&breakfast OHG

    Stefanie Witt / bed&breakfast OHG sagt:


    Es ist schon interessant, dieses Konzept als neue Idee zu vermarkten.
    Schon als wir 1993 mit der Privatzimmervermittlung bed&breakfast in Hamburg begannen, gab es vorher ebenso Vermittler. Abgesehen davon, dass dieses Konzept weltweit gängig ist..

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