Accor Hotels: Verkäufe und Expansion
Wer sich mit Pflanzen auskennt, der wird wissen, dass es manchmal notwendig ist, diese zu beschneiden und zu kappen, um ein regelmäßigeres Wachstum zu fördern. Der Vergleich mag schräg sein, aber so ähnlich scheint derzeit auch die Hotelkette Accor vorzugehen.
Da ist zum einen der Artikel bei DMM.Travel aus dem hervorgeht, dass sich die französische Hotelkette von 48 Hotels trennen möchte. Betroffen sind dabei gleich 31 Häuser im Mutterland Frankreich, zehn Hotels in Belgien sowie sieben Hotels in Deutschland. Tophotel.de berichtet jedoch, dass Accor die Zahl seiner Hotels weltweit (eigentlich) verdoppeln möchte. Ja, was den nun?
Doch lassen wir die kokett gespielte Naivität einmal beiseite, denn natürlich widersprechen sich beide Transaktionen in keinster Weise. Der Verkauf der Hotels, dessen Volumen bei 6.300 Zimmern und einem Preis von 367 Millionen Euro liegt, findet ausschließlich in Europa statt und umfasst Marken wie Novotel, Ibis und Etap.
Die Expansion indes, ist in erster Linie für Asien, Brasilien und Nordafrika geplant. In den kommenden sieben Jahren soll sich die Anzahl der Accor-Hotels auf runde 7.000 verdoppeln, in Asien soll dabei gar jede Woche ein neues Accor-Hotel eröffnet werden.
Das ist ehrgeizig und es bleibt abzuwarten, ob diese sportlichen Zielvorgaben einhaltbar sind. Schließlich wurde Accors Wachstum in Russland und China bereits ein wenig gebremst und auch in Staaten wie Indien, Brasilien oder Marokko (um nur einige zu nennen) ist das stetige Wachstum keine Selbstverständlichkeit.
Mal schauen, was aus den Vorstellungen wird und wie viele Hotels im Jahr 2017 unter dem Dach der Accor ihr Pforten öffnen.
Tags: accor, Expansion, Hotel, Hotelkette, hotels, Luxushotel, Novotel

Mister Wong
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Sigerist sagt:
Lieber Blogger, Accor verkauft nicht 48 Hotels, sondern nur die Mauern der 48 Hotels. Das sind in der Fachsprache, man kann es zwischen den Zeilen der Medienmitteilung entnehmen, “Sale-and-lease-back-Transaktionen”. Damit ändert sich überhaupt nichts an der Zahl der Accor Hotels: Alle Hotels bleiben genau wie sie sind und mit der Accor Marke, die sie haben. Accor kann mit solchen Transaktionen einfach die Bilanz entlasten, sprich Schulden abbauen, und die Muskeln stärken für das weitere Wachstum. Das entspricht der seit einiger Zeit aggressiv kommunizierten sogenannten “Asset-right-Strategie” von Accor, die vorsieht, grossenteils mit seinen Marken nur noch als Hotelbetreiber aufzutreten und nicht als Besitzer der Mauern dieser Hotels. Die Strategie wird umgesetzt mit fortwährenden Verkäufen der Mauern von Hotels – wie soeben die 48 Mauern von Hotels – sowie mit der gewaltigen Stärkung des Geschäfts mit Franchiseverträgen, Managementverträgen und variablen Mietverträgen. Dazu wurde beispielsweise im aufstrebenden Economy-Plus-Bereich die neue flexible, nicht-standardisierte Marke “all seasons” lanciert, die ein zukunftsweisendes “Alles-inbegriffen-Angebot” anbietet.
27. August 2010 um 16:21